Mehr als ein Jahr: wie meine Fernbeziehung mich verändert hat

Mein Bloggerkollege Nils Terborg gibt auf seinem Blog nützliche Tipps und Ratschläge für eine glückliche Beziehung.

Neulich hat er mir die Frage gestellt:

“Was war deine wichtigste Beziehungerfahrung?”

Auf diese Frage möchte ich heute eine Antwort geben.

Eine Fernbeziehung ist verdammt hart, aber sie kann funktionieren. Bereits seit August letzten Jahres befinde ich mich in dieser Situation und seitdem hat sich einiges getan. Ich habe mich verändert. Aber ist das jetzt gut oder schlecht?

Eine Trennung, aber irgendwie auch keine

Bereits zwei Monate bevor ich meine Freundin verlassen musste, wussten wir beide davon. Wir wussten, dass ich Anfang August zurück nach Deutschland kehren würde und wir uns dann eine lange Zeit nicht sehen würden.

Wir konnten uns zwar darauf einstellen aber das machte die Situation nicht einfacher. Je näher der Tag meines Fluges kam, desto trauriger wurden wir.

Auch in den letzten Wochen vor dem Flug, suchten wir nach Lösungen, wie ich doch in Mexiko bleiben könnte aber wir wussten beide, dass es die beste Entscheidung sein würde, dass ich erst einmal zurück nach Deutschland gehe und mir dort einen Job suche.

Da war er dann. Der Tag des Fluges. Meine Freundin brachte mich zum Flughafen und wir tranken unseren letzten gemeinsamen Kaffee. Sie hatte einen Caramel Frappuccino mit extra viel Zimt. Ich trank einen ganz langweiligen Cappuccino.

Ich musste zum Gate. Weil ich wusste, dass es hart sein würde, haben wir uns umarmt und geküsst und dann bin ich einfach gegangen, ohne mich noch mal umzudrehen.

Jetzt war der Zeitpunkt gekommen. Ich würde meine Freundin nun mehrere Monate nicht sehen. Wir haben uns getrennt aber waren gleichzeitig noch zusammen. Wir hatten nun eine Fernbeziehung. Komisches Gefühl.

Im Flug gab es Whiskey. Und Filme. Das war gut.

Deutschland ist nicht Mexiko

Angekommen in Deutschland musste ich mir einen Job suchen. Ich wohnte zunächst wieder bei meinen Eltern und begab mich dann auf die Suche.

Jobsuche und dann noch Wohnungssuche in Berlin kostet viel Zeit. So konnte ich mich ablenken. Ablenken von dem Gedanken, dass meine Freundin 10.000 Kilometer entfernt in Mexiko ist.

Ich hatte zuvor ein ganzes Jahr in Mexiko verbracht und auf einmal war alles anders. Es war 20 Grad kälter, es gab keine Tacos auf der Straße und ich konnte meine Freundin nicht jeden Tag in den Arm nehmen.

Irgendwie wollte ich das also ausgleichen. Zu Beginn haben wir uns jeden Tag hunderte Nachrichten über WhatsApp geschrieben und jeden Abend geskypt. Uns ist aber schnell aufgefallen, dass das einfach zu viel ist.

Es kam häufig zu Missverständnissen, die sich aus der Kommunikation per Textnachricht einfach zwangsläufig ergeben.

Hinzu kam noch die Sprache. Wir kommunizieren auf Spanisch, aber manches kann ich auf Spanisch eben nicht so ausdrücken, wie ich es eigentlich meine.

Schwierige Situation.

Alleinsein genießen

Die ersten Wochen waren hart. Ich wusste nicht, wie ich das so lange Zeit durchhalten sollte. Jeden Tag ohne meine Freundin. Aber ich wusste, dass ich keine andere Wahl hatte. Ich musste also irgendwie das Alleinsein genießen.

In Berlin war das möglich.

Neue Stadt. Neue Leute. Neue Arbeit.

Ich fand also viele Dinge, die mich ablenkten.

Ich wollte meine Zeit nicht verschwenden. Ich hätte auch den ganzen Tag zu Hause bleiben und traurig sein können, aber ich wusste, das wäre nicht förderlich für die Situation.

Manchmal gibt es aber Tiefpunkte. Man hat einfach kein Bock irgendetwas zu unternehmen. Man legt sich ins Bett und sieht Fotos von der letzten gemeinsamen Reise an.

Das hat sich auch nach mehr als einem Jahr Fernbeziehung nicht geändert.

Geändert hat sich aber meine Einstellung dazu. Ich habe es hingenommen, dass ich ab und zu lustlos bin und einfach nur zu Hause bleiben möchte.

Genauso habe ich gelernt, wie ich mich ablenken kann und was ich tun muss, um meine Gedanken für einige Zeit zu vergessen.

Wir sind uns näher als zu Beginn der Fernbeziehung

Seit zwei bis drei Monaten läuft unsere Fernbeziehung sehr gut. Wir hatten die ersten Monate viele Probleme, mit der Situation klar zu kommen, uns daran zu gewöhnen, dass der Partner ohne einen feiern geht, andere Leute kennenlernt, usw.

Keine Frage, auch in einer normalen Beziehung sollte das der Fall sein. Aber in einer Fernbeziehung ist es einfach noch ein wenig schwieriger das zu akzeptieren.

Wir haben es beide geschafft und sind insgesamt viel glücklicher und können uns nun auch viel mehr auf unser Wiedersehen freuen.

Gleichzeitig haben wir uns beide weiterentwickelt. Wir beide haben uns verändert, so wie jeder sich verändert. Das Spannende wird es sein, den neuen Partner wieder frisch kennenzulernen.

Das ist so, als wenn man sich gerade erst trifft. Wir können uns neu ineinander verlieben. Die ersten paar Wochen sind immer die Schönsten in einer Beziehung. Für uns wird das wieder so ähnlich sein, wenn wir uns wieder sehen. Darauf freuen wir uns beide sehr.

Man genießt jeden Moment zusammen

Durch eine Fernbeziehung lernt man, jeden Augenblick mit dem Partner zu schätzen. Die drei Wochen, die wir uns letztes Jahr an Weihnachten gesehen haben, waren die intensivsten Momente unserer Beziehung.

Wir haben jede Sekunde ausgekostet. Warum tut man das in einer Normalen Beziehung oft nicht? Klar, weil Beziehungen meist alltäglich werden und man den Partner irgendwann als selbstverständlich hin nimmt.

Wenn man sich ein Jahr lang nicht sieht, ist das wie eine Frischhaltefolie für die Beziehung.

In weniger als zwei Wochen sehen wir uns das erste Mal seit einem Jahr wieder. Wir haben viel zusammen vor, wollen durch Europa reisen.

Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass es nach den drei gemeinsamen Wochen wieder mehrere Monate dauern wird, bis wir uns wieder sehen. Das macht einen traurig aber gleichzeitig weiß man, dass man die letzte Zeit auch irgendwie ausgehalten hat.

Wir haben immer das Ziel vor Augen, irgendwann wieder zusammen zu sein. Das ist das Wichtigste. 

Wie hat dich deine Fernbeziehung verändert? Ich würde mich über einen Kommentar freuen.

Dein Jan

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation von vielen tollen Bloggern entstanden.

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30 Kommentare

  1. Nils Terborg 25. November 2014
    • Jan 25. November 2014
  2. Sarah Lorenz 26. November 2014
    • Jan 26. November 2014
  3. UTE BENECKE 27. November 2014
    • Jan 28. November 2014
  4. Nadja 25. Dezember 2014
    • Jan 26. Dezember 2014
  5. Marlen 27. Dezember 2014
    • Jan 28. Dezember 2014
  6. Annie & Sebo 14. Januar 2015
    • Jan 15. Januar 2015
  7. Marie 22. März 2015
    • Jan 22. März 2015
  8. Annika 5. Mai 2015
    • Jan 8. Mai 2015
  9. Marie 1. Juli 2015
    • Jan 4. Juli 2015
      • Laura 24. Juli 2015
        • Jan 26. Juli 2015
  10. Christian 26. Juli 2015
    • Jan 26. Juli 2015
  11. Anonym 6. August 2015
    • Jan 7. August 2015
  12. Anonym 12. September 2015
    • Jan 14. September 2015
  13. Anni 9. Mai 2016
    • Jan 11. Mai 2016
      • Corinne 20. Juni 2016
        • Jan 20. Juni 2016

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